Mecklenburger Wrukeneintopf

Montag, Januar 22, 2018

Das heutige Rezept ist mal wieder ein absolutes Familienrezept.  Mecklenburger Wrukeneintopf, den gab es bei uns sehr oft.
Die Wruke (auch Steckrübe oder Kohlrübe genannt) war ja lange Zeit nicht so beliebt, da es in Kriegszeiten fast nur noch Rüben zu essen gab. Auch zu DDR Zeiten gehörte sie im Winter zu den Hauptnahrungsmitteln, neben den verschiedenen Kohl-und Rübensorten. Alles andere gab es dann nur in Dosenform.



Bei uns zu Hause gab es sowieso sehr oft Eintöpfe. Sie waren gut vorzubereiten und reichten für mehrere Tage. Praktisch bei Vollzeit arbeitenden Eltern.
Meine Oma hat auch oft für die Familie mit gekocht und wir waren dann am Wochenende alle zum Essen eingeladen.
3 von 4 Kindern meiner Oma (mein einer Onkel wohnte in Berlin) + Partner und Enkelkinder. Ihr könnt euch sicher vorstellen was für große Wochenendtreffen es bei uns immer gab.
Hach waren das schöne Zeiten!



Jedenfalls war Wrukeneintopf ein ständiges Rezept bei uns.
Als Kind mochte ich sie allerdings überhaupt nicht. Nicht wegen der Speiserüben, sondern wegen dem fetten Bauchfleisch mit dem die Suppe gekocht wurde. Fleisch war damals nicht Standart.   Es wurde ein richtig schönes Stück Bauchfleisch genommen, das gab gute Brühe. Dieses wurde dann kleingeschnitten und wieder zur Suppe gegeben, mit sämtlichen Fettanteilen natürlich. Dazu gab es ordentlich Senf und ein schönes Stück Graubrot.

Ich habe Fett am Fleisch gehasst und tue es heute noch. Ich habe das nie runter bekommen und ständig das Fleisch aus der Suppe gepult. Heute esse ich den Eintopf sehr gerne, achte aber penibel darauf das Fleisch nach dem kochen vom Fett zu befreien, bevor ich es wieder in den Topf gebe.


Mecklenburger Wrukeneintopf



Zutaten:

1 Wruke (Steckrübe) etwa 1 kg
ca. 500g Kartoffeln
2 große Mohrrüben
etwa 750g Bauchfleisch
Brühe, Salz,  Pfeffer, Senf
2 Zweige Thymian
1 Lorbeerblatt
1 Tl Zucker
evt.
Knackwurst oder Mettenden (oder andere geräucherte Wurst)


Zubereitung:

Das Fleisch mit 1 1/2 Liter Wasser aufsetzen. Lorbeerblatt und Salz dazugeben und kochen bis das Fleisch fast gar ist.
Wruke, Kartoffeln und Möhren schälen und in Würfel schneiden.
Lorbeerblatt aus der Brühe entfernen und das Fleisch klein schneiden. Dieses zusammen mit der Wruke, Kartoffeln und Möhren wieder in die Brühe geben. Thymian, Salz, Pfeffer und evtl. noch Brühpulver dazugeben und alles kochen bis das Gemüse gar ist.

1 Tl Zucker und 3 Tl Senf in die Suppe rühren. Evt. mehr Senf, je nach Geschmack. Einfach mal probieren. Den Eintopf ganz leicht stampfen, es sollten noch gute Stücke vorhanden sein.



Tipp: Mit extra Senf und frischem Graubrot servieren. Wir machen auch gerne noch Knackwurst oder  Mettenden in die Suppe. Ich nutze für die Suppe am liebsten den Maille à l`ancienne Senf!




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1 Kommentar:

  1. Moin, Moin - ein Rezept, wie es auch in meiner ostwestfälischen Familie zubereitet wurde und wird und
    generationsübergreifend geliebt wird.
    Steckrüben sind ein tolles Gemüse, leider verkannt.
    Danke für die Lanze, die Sie für sie gebrochen haben.

    AntwortenLöschen

~*~ Ihr Lieben ~*~
Vielen Dank das ihr euch die Zeit nehmt mir ein paar Worte dazulassen.
Ich habe die Kommentarmoderation eingeschaltet und muss euren Kommentar erst freischalten. Also nicht wundern,wenn er nicht gleich veröffentlicht wird.

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